Hmmm…lecker Comic Sans.

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Ich kann mir nicht helfen, egal was es ist, dass sich mit Microsofts Font von Vincent Connare “schmückt”, es sieht unseriös und scheiße aus. Mal im Ernst würdet ihr einen Vertrag unterschreiben der in dieser Schriftart gehalten ist? Erst Ende Sommer 2009, als ich Urlaub machte, sah ich mich verfolgt von dieser Grotesk-Schriftart. Und als ich dann am Ende des  Tages  in einem an sich lauschigen Restaurant Platz nahm und mir die Speisekarte gereicht wurde, musste ich mit Entsetzen feststellen das auch diese mit Comic Sans gestaltet war. Es ist diese Art Speisekarten, die neben unappetitlichen, selbstgeschossenen Fotos vom hauseigenen Essen, die aussehen als hätten die Bilder drei Tage Farbentzugskur in purem UV-Licht gemacht, dein Sichtfeld regelrecht mit einem überladenen Standard-Repertoire von Clip-Arts aus 90er Jahre Heft-CD-Sammlungen á la „CD Info“  oder „Computer Easy“ zukacken. Versteht mich jetzt nicht falsch. Das Essen kann natürlich trotzdem überaus hervorragend sein und auch schmecken. Aber eine so gestaltete Speisekarte suggeriert mir die Küche einer Berliner Hinterhof Pommesbude, bei der man die nach altem Motoröl duftende Friteuse schon vom weitem riecht. Als ich dann noch das erste „XXL-Schnitzel“ auf der Karte entdeckte, war die Klischeerfüllung perfekt und der Appetit ängstlich im Keller verschwunden.

Zweites Beispiel Ostdeutschland: Egal wo du hingehst. Alle Hinweisschilder Informationen bis hin zu Preisaushängen: Comic Sans. Warum zum Teufel? Ich glaube ja die Leute meinen das auch nur gut. Die sitzen vor ihrem Word97, entdecken diesen Font und glauben: „Das sieht doch locker aus. Richtig modern…blablabla“. Und dann reproduziert sich das: „Die Gabi hat das doch auch für die Öffnungszeiten im Bäckerfenster. Das haben ja irgendwie alle jetzt. Nehm ich auch“ -und so weiter. Mit durch Comic Sans aufgeladenen Hinweisschildern assoziiere ich allerdings keineswegs etwas modernes, vielmehr wirkt die sich mir offenbarende Botschaft so, als würde ein Wollpulli  tragender zotteliger Alt-Öko-Sozialpädagoge versuchen sich mit vermeintlich moderner Jugendsprache an gerade unerlaubterweise rauchende „Picaldi“-Gangster anzubiedern. Glücklicherweise hab ich als Beweis für diesen Zustand noch ein altes Klassenfahrtsfoto aus Leipzig gefunden (obiges Bild). Meiner Meinung nach ein Paradebeispiel, was uns allen zumindest in ähnlicher Form bekannt sein dürfte. Und auch hier ist nicht nur Comic Sans, sondern auch der Inhalt,  für die “groteske” Wirkung verantwortlich.


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